Kardioversion

Unter Kardioversion versteht man die Regularisation des Herzrhythmus entweder mit Medikamenten oder mit einer Elektrotherapie z.B. bei Herzflimmern , – flattern oder Vorhofflimmern oder -flattern.

Ambulante elektrische Kardioversion !

s. unter Vorhofflimmern. – Kardioversion nach Antikoagulation auch ambulant möglich ( 2004 ). Eine Studie aus den USA untersuchte die Sicherheit ambulanter elektrischer Kardioversionen. Das Protokoll schrieb vor der Kardioversion eine orale Antikoagulation über mindestens 4 Wochen vor mit einer dokumentierten INR im therapeutischen Bereich. Die Nachbehandlung bestand in einer vierwöchigen, in der Regel oralen (mit Tabletten) Antikoagulation (Blutverdünnung). Zur Kardioversion (Rhythmusnormalisierung mit elektrischem Strom) kamen die Patienten nüchtern und erhielten eine Kurznarkose durch einen anwesenden Anästhesisten ( z.B. Etomidat= Etomidat-Lipuro, Hypnomidate). Extrem übergewichtige Patienten wurden schutzintubiert(Beatmung über ein Luftröhren”schlauch”). Die Patienten wurden im Mittel nach 2 Stunden entlassen, wenn sie das Bewußtsein wieder voll erlangt hatten und wenn sich die Vitalparameter und der p02 (Sauerstoffwert im Blut)stabil im Bereich der Ausgangswerte befanden. Ein primärer Erfolg der Kardioversion, d.h. anhaltender Sinusrhythmus nach 2 h, wurde bei 90 % der Patienten festgestellt; 6 % waren nicht zu kardiovertieren und 4 % erlitten ein frühes Rezidiv(Wiederauftreten der Rhythmusstörung). Bei 3 Patienten ( 0,5%) traten neurologische Komplikationen (Störungen im Nervensystem) auf, immer im Zusammenhag mit einer Protokollverletzung hinsichtlich der vorgeschriebenen Antikoagulation. Weiterhin wurden 5 symptomatische Bradykardien (krankhaft niedriger Pulsschlag < 60 / min)  beobachtet und ein Patient hatte nach der Kardioversion einen kompletten AV-Block (Überleitungsunterbrechung zwischen Vorhof und Kammer) . Bei einem Patienten trat eine Aspirationspneumonie (Lungenentzündung)auf, bei zweien ein Lungenödem. Insgesamt betrug die Komplikationsrate 2,6 % und eine Krankenhausaufnahme war bei 11 Patienten notwendig ( 2 %). FAZIT: Ist eine elektrische Kardioversion bei Vorhofflimmern- oder flattern angezeigt, kann diese Intervention bei unproblematischen, kreislaufstabilen Patienten auch ambulant durchgeführt werden. Voraussetzung ist ein strenges Einhalten des Antikoagulationsprotokolls, die Anwesenheit eines Anästhesisten und die Möglichkeit einer mehrstündigen Monitorüberwachung. Botkin, S.B, et al.:Am. Heart J 2003, 145 233.