Diabetes und Bluthochdruck

Diabetes mellitus ( die Blutzuckerkrankheit ) und der hohe Blutdruck stellen für das Erkrankungsrisiko des Betroffenen ein deutlich
überadditives Risiko dar. ( überadditiv : mehr als die Summe der Einzelrisiken)
Die Folgen von Bluthochdruck und Diabetes erklären sich aus dem deutlich schnelleren Fortschreiten der Arteriosklerose – der
“Gefäßverkalkung” – welche zu den schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt , Schlaganfall und Verschlußkrankheit der Beine führt.

Die Häufigkeit des Bluthochdruckes ist beim Diabetes Typ II bis zu 60 % erhöht.
Es findet sich auch beim Diabetes Typ I ein gehäuftes Auftreten eines erhöhten Blutdruckes.
Beim Typ-II-Diabetiker besteht bereits bei einem Blutdruck im Normbereich ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung und das Fort-
schreiten eine diabetischen Nierenerkrankung ( Glomerulosklerose).
Ähnlich auch beim Typ I Diabetiker, wobei bei diesen meist jugendlichen Patienten die Nierenerkrankung durch den Diabetes verursacht
dann in der Folge einen Bluthochdruck hervorruft, welcher wie in einem Teufelskreis zur Beschleunigung der Nierenfunktions-
verschlechterung führt.

Diabetes mellitus – es lohnt sich alle Risiken zu behandeln !

In einer Langzeitstudie aus Dänemark konnte gezeigt werden, daß es sich lohnt alle Risikofaktoren eines an Diabetes erkrankten Patienten zu behandeln.

Multifaktorielle Intervention und Herz-Kreislauf-Erkrankung bei Patienten mit Typ-2-Diabetes  Peter Gaede et al. : N Engl J Med 2003;348:383-93

Die Schlußfolgerungen der Studie war:

Eine zielorientierte, langfristige, intensivierte und auf mehrere Risikofaktoren bei Typ-2-Diabetikern und die Mikroalbuminurie gerichtete Intervention senkt das Risiko für kardiovaskuläre und mikrovaskuläre Ereignisse um 50 %.

Eigene Bewertung:
Das Ergebnis ist eine großartige Bestätigung für alle, welche immer vertreten haben, daß nicht nur ein Faktor sondern generell alle zur Arteriosklerose beitragenden Faktoren behandelt werden sollten.

Wahrscheinlich lassen sich diese Ergebnisse noch verbessern, wenn auch die Befunde des Homocysteins, des CRP und Lp(a)und Fibrinogen in der Therapie  mit berücksichtig werden. ( Bestimmungen über IGeL Leistungen möglich)

Außerdem lässt sich wahrscheinlich noch eine Verbesserung unter Berücksichtigung der Studienergebnisse von ALLHAT erreichen.

FAZIT: Intensive Primärprävention lohnt sich !!!!!!

Metformin – wann absetzen?

(Aus: Der Arzneimittelbrief, Berlin, 04/2003,
Ein systematischer Cochraneeview habe ergeben, dass die Behandlung mit Metformin per se nicht mit einem erhöhten Laktatazidose-Risiko assoziiert sei (3). Metformin wird fast ausschließlich renal eliminiert und hat eine kurze PlasmaHalbwertzeit, weshalb man es auch in zwei bis drei Tagesdosen einnimmt. Patienten mit einer behandelten chronischen und stabilen Herzinsuffizienz mäßigen Grades können nach Ansicht der Autoren mit Metformin behandelt werden (4. Hart. S.P. und Walker.j.D.: Pract. Diabet. (nt. 1996. 13.18 .) Entscheidend sei die Beachtung der Nierenfunktion  und das sofortige Absetzen von Metformin in Situationen, die zu einer Hypoxie (Sauerstoffminderversorgung) führen können. Für  Patienten, die unter Beachtung der Kontraindikationen( Gegenanzeigen) bei Therapiebeginn mit Metformin behandelt werden, empfehlen die Autoren folgende Richtlinien.
– Therapie-Stopp, wenn das Serum-Kreatinin ca. 1,7 mg/dl überschreitet.
– Therapie-Unterbrechung bei akuten Ereignissen, wie Herzinfarkt oder  Sepsis (dann Insulin!)
– Therapie-Unterbrechung nach Gabe von  Röntgenkontrastmitteln. Wiederaufnahme erst nach Kreatininkontrolle und ggf. Normalisierung des Kreatininwertes.
– Therapie-Unterbrechung zwei Tage vor Allgemeinnarkosen. Wiederaufnahme, wenn die Nierenfunktion stabil ist.
Fazit: Metformin ist ein wertvolles Medikament zur Behandlung adipöser Typ-2-Diabetiker. Durch die hier vorgeschlagenen Maßnahmen kann die Therapie mit Metformin sicherer gemacht werden. Laktatazidosen werden in erster Linie durch Verschlechterung von Grunderkrankungen mit Hypoxietendenz verursacht, wobei eine Metformin- Therapie dann rechtzeitig aus- oder abgesetzt werden muss.
Literatur I. UKPDS 34 (UK Prospective Diabetes Study); Lancet 1998. 352,854; s.a. AMB 1998,32, 81.
2. Jones, G.C. et al.: Brit. Med.J. 2003:326,4
3. Salpeter. S. et al.:Cochrane Database Syst. Rev. 2002, (2), CD 002967

 

 

Reference: Diabetes und Bluthochdruck