Clopidogrel – Stoffwechsel und Verträglichkeit

Der Plättchenhemmer Clopidogrel ist ein Prodrug, das CYP2C19-abhängig in den aktiven Metaboliten umgesetzt wird. Träger von CYP2C19-Varianten mit geringerer Aktivität reagieren entsprechend geringer auf Clopidogrel und zeigen trotz Therapie eine ADP-stimulierbare Blutgerinnung. Tatsächlich hat dies nach retrospektiven Studien Einfluss auf die Zahl klinischer Endpunkte unter Clopidogrel. Die prätherapeutische Genotypisierung sagt mit hoher Sensitivität und Spezifität die Reaktion auf Clopidogrel vorher [17]. Die FDA hat diese Information 2010 in den Beipackzettel von Clopidogrel aufgenommen (http://www.fda.gov/drugs/drugsafety/postmarketdrugsafetyinformationforpatientsandproviders/ucm203888.htm). Andererseits ist bis heute nicht prospektiv belegt, dass die prätherapeutische Geno- oder Phänotypisierung mit einem klinischen Nutzen einhergeht [10]. Weiterhin rückt die klinische Relevanz dieses Mechanismus durch den Einsatz der nicht-CYP2C19-abhängigen neuen Plättchenhemmer Prasugrel und Ticagrelor in den Hintergrund.

Autor: Prof. Dr. T. Eschenhagen, S. Blankenberg  Quelle: Springer-Verlag Berlin Heidelberg (2013) DOI: 10.1007/s00108-012-3157-8

Reference: Clopidogrel - Stoffwechsel und Verträglichkeit