Blutdruckselbstmessung IV

Vorteile der Blutdruckselbstmessung bei älteren Patienten

Ältere Menschen sind nicht nur in der Lage, den Blutdruck selbst korrekt zu bestimmen, ihre Messergebnisse sagen, nach einer Studie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA2004; 291: 1342-1349), sogar besser voraus, ob die Patienten später an Herzinfarkt oder Schlaganfall erkranken.

Guillaume Bobrie vom Hopital Europeen Georges Pompidou, Paris, berichtet über 4.939 ältere Hypertoniker (Durchschnittsalter: 70 Jahre), die neben der hausärztlichen Blutdruckkontrolle eine Selbstmessung durchführten. Die Ergebnisse wurden mit der Zahl der kardiovaskulären Ereignisse in den folgenden 3,5 Jahren in Beziehung gesetzt. Es zeigte sich, dass die Ergebnisse der Selbstmessung von größerer prognostischer Aussagekraft waren als die Blutdruckmessung in der Praxis.

Bei 324 Patienten kam es zu einem oder mehreren kardiovaskulären Ereignissen (kardiovaskulärer Tod, Herzinfarkt, Schlaganfall, Angioplastie oder Bypass-Operation). Das Risiko ließ sich durch die von den Patienten selbst bestimmten Blutdruckwerte vorhersagen. Pro Anstieg des systolischen Wertes um 10 mm Hg stieg das Risiko um 17,2 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall 11,0-23,8 Prozent). Jede 5 mm Hg im diastolischen Druck steigerten  das Risiko um 11,7 Prozent (5,7-18,1 Prozent). Die Blutdruckbestimmung in der Praxis hatte dagegen keine signifikante prognostische Bedeutung.

Die Blutdruckmessung in der Praxis stufte 13 Prozent der Patienten mit guter Prognose als Hypertoniker ein, obwohl sie nach der Selbstmessung normoton waren. Außerdem wurde bei neun Prozent eine schlechte Prognose übersehen, weil die Werte in der Praxis normal war, während die Selbstmessung einen erhöhten Blutdruck ergeben hatte. Die Autoren raten deshalb den Ärzten dringend, die Messergebnissse der Patienten bei der Planung der Behandlung zu berücksichtigen.

/rme (18.03.2004)  Deutscher Ärzte-Verlag – Kurzbericht

Reference: Blutdruckselbstmessung IV