Blutdruckmessung VI

Fehlerquellen bei der Blutdruckmessung

Fehlerquellen gibt es bei der Blutdruckmessung genügend: Falsche Manschetten-Größe, volle Harnblase, Reden während der Messung oder Weißkittel-Effekt können schnell zu unbrauchbaren Werten führen.

Als weiteres Problem haben amerikanische Kollegen von der University of California ( Thomas J. Hemingway et. al.: Annals of Internal Medicine 140 (2004) 74-75) nun die Haltung des Unterarmes beschrieben. Bei Liegend-Messungen waren die Unterschiede am größten. In einer prospektiven Studie ermittelten sie bei insgesamt 100 Patienten signifikante niedrige Werte wenn der Arm der Probanden im Ellenbogen-Gelenk nicht gestreckt, sondern 90 Grad gebeugt war. Untersucht wurde dieser Effekt jeweils am liegenden, sitzenden und stehenden Patienten, wobei die Manschette auf Herzhöhe angebracht war. Die größten Unterschiede fanden sich bei den Liegend-Messungen, die am gestreckten Arm eine durchschnittliche Erhöhung des systolischen Wertes um 13,2 mmHg und für den diastolischen um 14,4 mm Hg ergaben. Im Sitzen und Stehen fielen die Differenzen zwar etwas geringer aus, waren aber ebenfalls signifikant. Die ermittelten Unterschiede erachten die Autoren durchaus als praxisrelevant, da die Abweichungen den Bereich von 5-10 mm Hg übersteigen- nach ihren Erläuterungen für die Blutdruck-Einstellung von Bedeutung. Dabei verweisen die Forscher auf ihre Studien-Ergebnisse, wonach 41 Prozent der Patienten bei den Sitzend-Messungen mit gestrecktem Arm in die Klassifikation Bluthochdruck gefallen wäre. Dagegen bei gebeugtem Arm nur 22 Prozent.

www.evidence.de 2004

Reference: Blutdruckmessung VI