Betablocker und Bluthochdruck

2006
Durch eine große Metaanalyse (Zusammenfassung sehr vieler Studien) hat nach den bisher vorliegenden Ergebnissen die Wirkung des Betablockers bei der Behandlung der arteriellen Hypertonie nicht mehr die Bedeutung, welche noch vor Jahren bestand. Dies liegt u.a. daran, dass mittlerweile andere Medikamente wie ACE Hemmer, Calziumantagonisten und AT1-Blocker  sich als hervorragende blutdrucksenkende Medikamente gezeigt haben mit Verringerung von Folgekrankheiten bei der Langzeitanwendung. Dennoch bleiben die Betablocker unverzichtbar bei der coronaren Herzkrankheit, bei Rhythmusstörungen und bei der Behandlung der Herzschwäche (u.v.a.m)!

Für die arterielle Hypertonie haben die britischen Leitlinien die Betablocker nicht mehr als firstline Therapie (erstrangige Behandlung) genannt.

2007
Die Diskussion um die Stellung der Betablocker in der Behandlung des Bluthochdruckes ist noch nicht abgeschlossen.

Die deutsche Hochdruckliga wird die Betablocker vorerst nicht aus der Erstbehandlung herausnehmen. Es scheint nämlich so zu sein, dass die Betablocker gleiche Wirkung haben, wenn gleiche Blutdruckwerte erzielt werden.

Hier machen kleine Unterschiede in Studien “große” Ergebnisse aus. So vermindert sich die Schlaganfallhäufigkeit (relativ) um 4 % wenn der Blutdruck um 1mmHg gesenkt wird. Dieser Zusammenhang, so wird argumentiert, ist in der vorliegenden Metaanalyse nicht ausreichend berücksichtigt.

Unabhängig von dieser Grundsatzdiskussion bleibt, daß die Erstbehandlung individuell auf den jeweiligen Patienten mit seinen ggf. vorhandenen Erkrankungen und Problemen angepasst werden sollte.

Reference: Betablocker und Bluthochdruck