Behandlung von Bluthochdruck – Leberleiden /-insuffizienz

Leberleiden und AT1 Blocker – Differenzialtherapie

Die sog. AT1 Blocker haben in der Therapie der Hypertonie einen sehr guten “Ruf” und haben ein Nebenwirkungsprofil im Bereich von Placebo ( Scheinmedikament ).
Diese Nebenwirkungsarmut gilt aber nur für sonst “gesunde” Patienten insbesondere ohne Leber – oder Niereninsuffizienz. Bei diesen Erkrankungen “lohnt” es sich das Nebenwirkungsprofil genauer zu betrachten, da die verschiedenen Medikamente oft völlig andere Stoffwechselwege haben und unterschiedlich lange Verweilzeiten im Körper aufweisen.

IRBESARTAN ( z.B.Karvea(R)):
Dieses Medikament ist sehr gut verträglich – auch bei Leberinsuffizienz – bis auf schwerste Leberschäden – bei welchen sowieso keine Hypertonie mehr vorliegt.
Fachinformation – Auszug:
Zur Behandlung der essentiellen Hypertonie. Zur Behandlung der Nierenerkrankung bei Patienten mit Hypertonie und Typ 2 Diabetes mellitus als Teil einer antihypertensiven Behandlung (siehe 5.1 ). Eingeschränkte Leberfunktion: Eine Dosisanpassung  ist bei Patienten mit leicht oder mäßig eingeschränkter Leberfunktion nicht erforderlich. Bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion liegt keine klinische  Erfahrung vor. Irbesartan wird hauptsächlich durch CYP2C9 und in geringerem Maße durch Glukoronidierung metabolisiert. (Dies ist der Grund für die gute “Verträglichkeit” dieses Medikamentes)

AT1 Blocker TELMISARTAN (z.B. Micardis (R))
Fachinformation Dezember 2004
Eingeschränkte Leberfunktion: Da Telmisartan überwiegend über die Galle ausgeschieden wird, sollte Micardis nicht bei Patienten mit Cholestase, obstruktiver Gallenfunktionsstörung oder schwerer Leberinsuffizienz angewandt werden (siehe Abschnitt 4.3der Fachinformationen). Bei diesen Patienten kann eine eingeschränkte hepatische Clearance für Telmisartan erwartet werden. Bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion sollte Micardis mit Vorsicht angewandt werden.

AT1 Blocker Eprosartan (z.B. Teveten (R))

Fachinformation Oktober 2004
Bei Patienten mit Leberinsuffizienz liegen nur begrenzte Erfahrungen vor !

AT1 Blocker Candesartan (z.B. Blopress(R))

Fachinformation Januar 2005
Anwendung bei Patienten mit Leberinsuffizienz:Bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion wird eine Anfangsdosierung von 2 mg ein mal täglich empfohlen. Die Dosisanpassung sollte in Abhängigkeit von der erreichten blutdrucksenkenden Wirkung erfolgen.
Erfahrungen bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung liegen nicht vor. C. wird nur in geringem Maße über den Leberstoffwechsel eliminiert (CYP 2C9)….

AT1 Blocker Valsartan ( z.B. Provas oder Diovan)

Fachinformation Juni 2005
Die Dsos sollte bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz ohne Cholestase 80 mg Valsartan nicht überschreiten.

Gegenanzeigen: ..
Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz,biliärer Cirrhose oder Cholestase ….

AT1 Blocker Olmesartan ( z.B. Olmetec)

Fachinformation Juni 2004
Es liegt nur begrenzte Erfahrung in der Anwendung von Olmesartanmedoxomil bei Patienten mit Leberfunktionsstörung vor. Daher wird die Behandlung solcher Patienten mit Olmesartanmedoxomil nicht empfohlen. (..)

AT1 Blocker Losartan ( Lorzaar protect )

Fachinformation März 2005
Unter Gegenanzeigen wird bei Leberleiden nur die “schwere Leberfunktionsstörung” genannt.

Reference: Behandlung von Bluthochdruck - Leberleiden /-insuffizienz